Saisonrückblick FC Red Star Zürich II – 2. Liga

 

Die Saison der zweiten Mannschaft des FC Red Star Zürich war einmal mehr ein Beweis dafür, dass diese Mannschaft auch dann lebt, wenn die Ausgangslage schwierig ist. Nach einer komplizierten Vorrunde, vielen Rückschlägen und einem schwachen Start in die Rückrunde schaffte Red Star II am Ende doch noch den Klassenerhalt – erneut «against all odds».

 

Bereits früh wurde klar, dass diese Spielzeit keine einfache werden würde. Mit Nicolas Luginbühl fiel ein zentraler Spieler und Captain der Mannschaft die ganze Saison verletzt aus. Sein Ausfall destabilisierte die Defensive stark. Dazu kamen weitere Verletzungen in der Vorrunde sowie Abwesenheiten durch Austauschsemester. So fand sich die Mannschaft in der prekären Lage wieder, A-Junioren schneller integrieren zu müssen als geplant. Das brachte zwar wertvolle Entwicklung, kostete dem Team aber Erfahrung und Cleverness, die in der 2. Liga oft entscheidend sind. Die Hinrunde endete entsprechend ernüchternd: Red Star II überwinterte mit der roten Laterne mit 10 Punkten auf dem letzten Platz.

 

Es war klar: Es musste sich etwas verändern. Mit Neuzugang Nahuel Meyer kam defensiv ein wichtiges Puzzleteil dazu. Auch der Systemwechsel auf ein 5-3-2 brachte mehr Stabilität gegen den Ball. Das war dringend notwendig, da man in der Hinrunde die schlechteste Defensive der Liga stellte. Gleichzeitig litt darunter aber die Offensive – nur ein Tor aus den ersten vier Rückrundenspielen zeigte, wie schwer es war, die Balance zu finden. Trotzdem blieb die Mannschaft überzeugt.  Selbst die schmerzhafte 4:8-Niederlage gegen den FC Regensdorf brachte das Team nicht aus der Bahn. Die acht Gegentore legten die Probleme schonungslos offen, gleichzeitig zeigten die vier erzielten Treffer aber auch, dass die Mannschaft offensiv durchaus das Potenzial besass, Tore zu schiessen und Spiele zu gewinnen. An der Tabellensituation änderte dies jedoch nichts.

 

Die Lage wurde von Woche zu Woche prekärer. Allen Beteiligten war bewusst: Von nun an hatte jedes Spiel Finalcharakter. Punkte allein würden nicht mehr reichen – es mussten Siege her. Mit dem Messer an der Kehle ging es in die nächste Runde. Im direkten Kellerduell stand die Mannschaft vor einem echten Do-or-Die-Spiel.

 

Und genau dort gelang die Wende. Wichtige Stammspieler waren wieder fit, die Mannschaft wirkte gefestigter, und die Umstellung auf ein 5-2-2-1 ermöglichte offensiv mehr, ohne die defensive Stabilität aufzugeben. Gegen Einsiedeln gelang mit dem 2:0-Sieg der Startschuss zu einer furiosen Aufholjagd. Ein entscheidender Faktor war dabei auch Jiannis Sgouros, der in der Rückrunde Teil der zweiten Mannschaft wurde und das Team entscheidend stabilisierte, zusammen mit weiteren vereinzelten Spielern der ersten Mannschaft.

 

Im Spiel um den vorzeitigen Klassenerhalt, eine Runde vor Meisterschaftsschluss, erhielt die Mannschaft zusätzliche Unterstützung von gestandenen ehemaligen Spielern, die mittlerweile bei den Senioren aktiv sind. Einer von ihnen, Marco Schmid – «Dimsch» –, setzte per Kopfball den Startschuss zum wichtigen 3:1-Erfolg gegen Adliswil. Dieser Sieg brachte Red Star II auf den 10. Platz mit 27 Punkten und bedeutete den mathematisch sicheren Klassenerhalt.

 

Der Grundstein für die erfolgreiche Rückrunde wurde im selbst organisierten Trainingslager in Barcelona gelegt. Dort rückte die Mannschaft noch enger zusammen. Dadurch konnten dann schwierige Momente überwunden, der Teamgeist gestärkt und der Glaube an die eigenen Fähigkeiten gefestigt werden. Rund um die zurückkehrenden, erfahrenen Stammspieler konnten sich die jungen Spieler, die bereits in der Vorrunde schrittweise integriert worden waren, weiterentwickeln. Sie übernahmen zunehmend Verantwortung und entschieden wichtige Spiele zugunsten der Mannschaft. Damit zahlte sich die geleistete Aufbauarbeit aus der Vorrunde aus.

 

Einen grossen Anteil an dieser Entwicklung hatte auch das Trainerteam. Es verlor den Glauben an die Mannschaft zu keinem Zeitpunkt, reagierte mit taktischen Anpassungen auf die jeweiligen Herausforderungen und gab den Spielern immer wieder die entscheidenden Impulse. Im Verlauf der Rückrunde entstand so ein System, das vielleicht nicht immer spektakulär war, aber als Mannschaft konsequent umgesetzt wurde und vor allem resultatbezogen funktionierte.

 

So gelang es der zweiten Mannschaft des FC Red Star Zürich einmal mehr, nach einer schwachen Hinrunde und einem schwierigen Start in die Rückrunde den Turnaround zu schaffen. Mit 27 Punkten und dem 10. Schlussrang sicherte sich Red Star II den Verbleib in der 2. Liga. Der Klassenerhalt war verdient, hart erarbeitet und das Ergebnis einer Mannschaft, die auch in schwierigen Situationen zusammenstand und als Einheit weitergewachsen ist.

 

Mit Blick auf die kommende Saison verabschiedet sich die Mannschaft von den beiden Assistenztrainern Erkan und Amir. Für ihren grossen Einsatz, ihre Unterstützung und die gemeinsame Zeit bedankt sich die Mannschaft herzlichst. Gleichzeitig freut sie sich weiter mit Laszlo als Haupttrainer in die neuen Saison zu starten. Da nur wenige Abgänge zu verzeichnen sind, kann der bestehende Kern der Mannschaft weitgehend zusammenbleiben. Diese Kontinuität ist eine wichtige Grundlage für die weitere Entwicklung der zweiten Mannschaft. Ohne grosse Veränderungen kann an den Fortschritten der vergangenen Rückrunde angeknüpft und das Zusammenspiel weiter verbessert werden. Damit blickt Red Star II zuversichtlich nach vorne: Als dienstälteste Mannschaft der 2. Liga soll nun die 16. Saison in Folge in der 2. Liga in Angriff genommen und diese besondere Serie gemeinsam fortgesetzt werden.

 

– Lorenzo Ladner, Linus Zielonka